Nicht nur jeder psychisch Kranke oder jeder, dessen Seele nicht heil ist, sondern überhaupt jeder Mensch bedarf der nichtsprachlichen Ausdrucks- und Erlebensform. Die Bedeutung der Sprache, von Worten und Begriffen für Kommunikation, von Erleben und innerer Ordnung, der sogenannte Seelenfrieden eines jeden von uns, wird regelmäßig überschätzt. Was die Menschen wirklich bewegt, sie handeln und entscheiden läßt, das sind vor allem Empfindungen, Gefühle, Bilder.


"Begriffe wie Liebe, Freude, Angst, Schmerz, Trauer oder Schönheit dienen eigentlich nur der Etikettierung des Unsagbaren. Sinn bekommen sie erst im Zusammenhang mit den Bildern und Gefühlen, die jeder einzelne damit verbindet."
Norbert-Ullrich Neumann

 

Das innere Bild, ebenso wie das sichtbare, steht der Ursprünglichkeit des Gefühls viel näher als das Wort. Darum ist das Bild - auch als therapeutisches Mittel - so wichtig, weil es dem Gefühl so nahe steht. Der Österreichische Psychiater Leo Navratil kam zu folgender Einschätzung: "Das künstlerische Werk rettet den Schöpfer vor der ich-zerstörerischen Gewalt der Emotionen und Triebe."

Das ist die heilsame Wirkung der Kunst, das ist Kunst als Therapie. Die originelle, individuelle, schöpferische Leistung ermöglicht Ichfindung und Selbstverwirklichung. Die aktive Hinwendung zur Kunst, betrachtend oder gestaltend, kann beruhigend und entspannend wirken.

Vielleicht können die Kunstwerke in dieser Praxis ebenso zur Ruhe, Entspannung und Inspiration beitragen.

JBA 1522